Twitter Updates

    follow me on Twitter

    Donnerstag, 26. Juli 2007

    Paris die Große

    Letzte Woche waren mein Vater, mein Onkel und ich für vier Tage in Paris, um meine Cousine zu besuchen, die dort studiert. Wir hatten unheimliches Glück, denn die ganze Zeit hatten wir ein traumhaftes Wetter, sogar immer mit etwas Wind, so dass es nicht zu heiß wurde. Am Ankunftsabend hatten wir das erst gar nicht zu hoffen gewagt, denn als wir aus dem Bus gestiegen sind, der uns vom Flughafen in die Innenstadt gebracht hat, goss es in Strömen.



    Wir hatten ein nettes kleines Hotel in einer Seitenstraße des Place de l'Etoile. Gleich nebenan war außerdem eine Metrostation, die uns in gefühlter Sekundenschnelle überall hingebracht hat. Überhaupt war ich vom Metro-System ziemlich begeistert. Es ist sehr einfach zu verstehen und trotz der Größe erstaunlich übersichtlich. Und die Bahnen kommen ca. alle fünf Minuten, so dass man wirklich immer sehr schnell an seinem Zielort ist. Ich glaube, wenn ich in Paris wohnte, würde ich mein Auto verkaufen und es gar nicht vermissen. Einen Parkplatz findet man sowieso nicht. Und wenn man einen findet, dann ärgert man sich anschließend über Kratzer im Lack, denn in Paris wird das Wort STOßstange ziemlich wörtlich genommen ;-)

    Unsere Tage sahen meist so aus, dass wir uns morgens gegen neun Uhr zum Frühstück in einem kleinen Cafe neben dem Hotel getroffen haben (Frühstück ist, anders als in Deutschland, im Zimmerpreis meist nicht enthalten). Dort haben wir dann ganz klassisch einen Cafe au Lait und ein Baguette bzw. Croissant bestellt. Im Gegensatz zu der "Früstückskeks-Katastrophe", die ich bei meinem ersten Frankreichbesuch vor ein paar Jahren erlebt habe, war das sogar richtig lecker. Obwohl ich schon zugeben muss, dass ich auch mal gerne eine schöne Scheibe Wurst oder Käse auf mein Baguette gelegt hätte. Aber wenn ich danach gefragt hätte, wären die Franzosen wahrscheinlich vor Schreck ohnmächtig hintenrüber gefallen oder hätten mich des Ladens verwiesen ;-)

    Nach dem Früstück sind wir dann zu den obligatorischen und ausgedehnten Besichtigungstouren aufgebrochen. Wir hatten das Glück, dass Papa als Student schon mal ein Jahr in Paris verbracht hat und sich daher gut auskannte. Er hatte vorher einen richtigen Plan gemacht, was wir unbedingt anschauen müssen und welche Reihenfolge sich anbietet. Ich muss ja zugeben, dass ich dieses Vorhaben erst etwas belächelt habe und auch irgendwie etwas übertrieben fand, aber im Nachhinein muss ich neidlos anerkennen, dass die Idee genial war! Wir haben uns nie verlaufen, standen nie irgendwo vor verschlossenen Türen, haben meiner Meinung nach enorm viele Dinge ausgiebig und ohne Hetze besichtigt und haben eine große Portion Pariser Flair mit nach Hause nehmen können. Papa, du bist zwar manchmal etwas umständlich veranlagt, aber in Paris warst du mein Held!! :-)

    Im Detail haben wir gesehen:


    Tag 1:
    - die Champs Elysees mit allem, was dazu gehört: Grande Arche in La Defense, Arc de Triomphe direkt neben unserem Hotel, Siegessäule, Louvre plus Glaspyramide von außen.
    - Spaziergang und Essen am Seineufer, Stöbern bei den Bukinisten (die mir für 12(!) Euro ein zerfleddertes Buch verkaufen wollen).
    - Überquerung der Seine in Richtung Ille de la Cité. Besichtigung von Notre Dame (wo wir uns frecherweise an einer RISEIGEN Schlange vorbeimogelten) und Besuch in Papas ehemaligem Krankenhaus "Hotel Dieu" genau neben Notre Dame.
    - Essen auf dem Place des Vosges.

    [Bild: Arc de Triomphe am Abend]















    Tag 2:
    - Besichtigung des Eiffelturms von unten (Schlange war zu lang und dieses Mal konnten wir uns wirklich nicht vorbeimogeln ;-))
    - Spaziergang im Univiertel und im Jardin du Luxembourg
    - Besichtigung des Invalidendoms mit Napoleons Grab
    - Spaziergang auf der Rue Mouffetard, einer Straße, auf der immer Markt ist
    - Besichtigung des Pantheon von außen (hier sind berühmte und verdiente Franzosen begraben)
    - später habe ich die Männer allein gelassen und noch einen Einkaufsbummel auf dem Boulevrad St. Michel angeschlossen
    - Abendessen in dem kleinen Lokal, in dem meine Cousine kellnert

    [Bild: Glaspyramide am Louvre]















    Tag 3:
    - Fahrt mach Montmartre und Besichtigung von Sacre Ceur.
    - Wir haben alle Klischees bedient und mich zeichnen lassen, als ein Geschenk für meine Mutter. Das Bild gefällt mir so mittelgut - ich gucke irgendwie grummelig. Anschließend haben wir in einem Café eine Cola bestellt und in dem allgemein schon sehr teuren Paris den absoluten Rekordpreis bezahlt: 8 Euro für o,5 Liter!!!
    - Besichtigung des ziemlich heruntergekommenen Forum des Halles (hier standen früher große Markthallen - die waren bestimmt interessannter und schöner. Heute ist es ein Einkauszentrum)
    - weiter zum ganz modernen Centre Pompidou, in dem interessante Ausstellungen zu sehen, die anzuschauen wir aber aus Zeitgründen auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben
    - Bummel über die Rue de Rivoli mit ihren Prachtläden und Prachthotels, Blick auf die Comedie Francaise
    - Bewunderung des Reiterdenkmals von Jeanne d'Arc, DER Nationalheldin schlechthin
    - weiter in Richtung Place Vendome: absoluter Nobelplatz mit Hotel Ritz (davor ein alter Jaguar) und Geschäften wie Doir, Chanel und Cartier. Spaziergang durch die Nobelstraße Rue d'Honoré
    - Blick auf die Oper
    - Zum Schluß des Tages habe ich die Männer wieder abgehängt und mir das riesige Kaufhaus Galerie Lafayette angeschaut. Gekauft habe ich nichts, aber der Blick von der Dachterasse auf ganz Paris war toll!
    - Abends essen auf einem kleinen, süßen Platz in der Nähe des Place Vendome. Dieses Örtchen hatten wir am Tag zuvor ganz zufällig entdeckt und hatten uns gleich verliebt. Dort merkte man so richtig, das Paris eigentlich aus vielen kleinen Dörfern besteht. Das Lokal war ganz klein und in keinem Reiseführer zu finden, aber meiner Meinung nach hatten wir dort das schönste Abendessen der ganzen Zeit. Die Dinge, die man sich selbst "erobert", sind doch immer die besten :-)

    [Bild: Blick von der Dachterasse der Galerie Lafayette]














    [Bild: Mein Onkel und ich, gefangen in Horror, als am letzten Abend beim Essen neben uns alle Flaschen umgekippt wurden ;-)]
















    Tag 4:
    - Fahrt nach Versailles
    - abends Heimflug

    [Bild: der berühmte Versailler Garten im Blumenmeer]














    Alles in allem hatten wir eine tolle Zeit. Die Parisreise hat mir Frankreich auf jeden Fall näher gebracht. Nach drei Jahren eher wenig erfreulichem Französischunterricht und Papas "Französich-Belehrerei" zuhause war mein Verhältnis doch etwas gespalten ;-)

    Die Stadt ansich ist wahnsinnig imposant und einfach nur RIESIG. Als ich wieder zuhause in Münster war, kam mir hier alles richtig provinziell vor, in Burgsteinfurt dann geradezu winzig. Trotzdem könnte ich nicht dort leben, zumindest nicht direkt im Zentrum. Der ewige Autolärm, dem man noch nicht einmal im Hotelzimmer entfliehen kann, hat schon etwas an den Nerven genagt. Aber die Metro, die würde ich liebend gerne nach Münster importieren!!!

    [Bild: und hier, ganz oben, möchte ich dann doch wohl wohnen ;-)]






    2 Kommentare:

    Jule hat gesagt…

    Coole Fotos! Tommy versucht immer, mich zu überzeugen, dass wir irgendwann mal nach Paris fahren sollten, er war ja schon dort, aber da sind mir entschieden zuviele Franzosen! *gg* Irgendwie ziehts mich da auch gar nicht hin, auch nicht, wenn ich Fotos sehe, ganz anders als bei anderen Städten. Naja, aber schön, dass ihr so super Wetter hattet.

    Antje hat gesagt…

    mich hat ja eigentlich auch nichts hingezogen und von selst wäre ich wahrscheinlich auch nie gefahren. aber jetzt hat es mir doch gut gefallen :-)
    gekommst du eigentlich meine antwort als mail oder so?